Persönliche Assistenz

Persönliche Assistenz ist die am individuellen Bedarf orientierte personelle Unterstützung bei den täglichen Verrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Dies ermöglicht ein selbstbestimmtes Leben. Unter Persönliche Assistenz fällt zum Beispiel:

  • Hilfe im Bereich der (Körper)Pflege und bei Toilettengängen
  • Hilfe bei allen Transfers
  • Hilfe im Haushalt, z. B. beim Einkaufen, Kochen, Spülen, Wäsche waschen sowie beim Essen
  • Mobilitätshilfen, d. h. Begleitung und Unterstützung bei Unternehmungen außer Haus (auch im Rahmen der Freizeitaktivitäten und Arbeitsassistenz)
  • Kommunikationshilfen
  • Anwesenheit für unvorhergesehene Situationen, in denen schnelle, sachkundige Hilfe benötigt wird.

Diese Hilfen werden bestimmt durch die Lebensrealität der auf Assistenz angewiesenen Menschen (meist Assistenznehmer*innen genannt), bedeutet, der/die Assistenznehmer*in entscheidet, worin er/sie wann Unterstützung benötigt. Außerdem entscheidet die assistenznehmende Person in der Regel selbst, durch welche Assistent*innen sie unterstützt werden möchte.

Persönliche Assistenz dient der selbstbestimmten Gestaltung des Alltags in der eigenen Wohnung bzw. in einer selbst gewählten Umgebung. Es ist eine vom behinderten Menschen bewusst gewählte Versorgungsform und kann nicht gegen den Willen angewendet werden. Erforderlich ist sowohl personelle Kontinuität als auch Flexibilität in der Leistungserbringung, die erreicht wird durch „Hilfen aus einer Hand“.

Persönliche Assistenz kann entweder als Persönliches Budget (im Arbeitgebermodell) oder in Form des Dienstleitungsmodells (durch einen Assistenzdienst) erbracht werden.

Wir beraten euch gern rund um das Thema Persönlichen Assistenz.


Kostenübernahme für ein Assistenzzimmer

Bei einer 24-Stunden-Assistenz hat ein Mensch mit Behinderung Anspruch auf die Finanzierung eines zusätzlichen Zimmers für die Assistent*innen. Die Mietkosten des Extra-Zimmers können in eine Kalkulation mit aufgenommen werden. Diese Kosten gehören zur Hilfe zur Pflege, um den benötigten Assistent*innen einen Ruhe- und Rückzugsort zur Verfügung zu stellen. Voraussetzung ist, dass das Zimmer nur zu diesem einen Zweck genutzt wird. Die Kosten entstehen durch die Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Pflege und gehören daher nicht zur Hilfe zum Lebensunterhalt.

Hier findet ihr auch das entsprechende Urteil: Kosten für Assistent*innenzimmer BSG, 28.2.2013

Als Nachweis wird der Mietvertrag benötigt, in dem die Gesamtgröße der Wohnung, sowie die Mietkosten inkl. Nebenkosten (Warmmiete) vermerkt sind. Dann müsst ihr das Assistenzzimmer ausmessen, um dessen Größe angeben zu können. Sind Mietkosten und Größe des Zimmers angemessen, können die Kosten für das Assistenzzimmer im Rahmen des Persönlichen Budgets übernommen werden.

Beispiel: Eure Wohnung ist 60 m² groß, das für die Assistent*innen bestimmte Zimmer 15 m². Die Warmmiete beträgt 580 Euro. Rechnung: Zimmergröße geteilt durch Wohnungsgröße mal Warmmiete = Kosten für das Assistenzzimmer.

Kosten für das Assistenzzimmer = 15 m² / 60 m² x 580 € = 145 €

Euer Kostenträger würde demnach monatlich 145 € für das Assistenzzimmer an Kosten übernehmen.